ISIS Propaganda Sydney: Der Artikel ordnet die Jubelpropaganda nach dem Anschlag ein.
🔵 ISIS klatscht Beifall zum antisemitischen Anschlag in Sydney, und genau das ist Teil des Problems
Wenn man dachte, nach dem antisemitischen Terrorangriff auf eine Hanukkah Feier in Sydney sei der Tiefpunkt erreicht, kommt ISIS um die Ecke und hält noch eine kleine Siegerehrung ab. In der jüngsten Ausgabe des ISIS Propagandablatts Al Naba wird der Anschlag auf die jüdische Community bei Bondi Beach als „Quelle des Stolzes“ gefeiert, die Täter werden als „Helden“ verklärt. ISIS reklamiert die Tat dabei nicht offiziell für sich, nutzt sie aber als Schaufenster, so nach dem Motto: Seht her, so geht das. Genau diese nachträgliche Verherrlichung ist das, was jihadistische Propaganda seit Jahren so gefährlich macht, sie schafft nicht nur Angst, sie baut auch Nachahmungsdruck auf. Eine kurze Zusammenfassung dazu findet sich auch bei 10 News AU.
Wichtig ist dabei nicht nur die widerliche Wortwahl, sondern die Strategie dahinter. ISIS lebt seit Jahren von der Idee, Gewalt als religiöse Pflicht zu verkaufen, am liebsten durch Einzelne oder Kleinstgruppen, die sich online aufheizen lassen und dann losschlagen. Genau deshalb ist diese Propaganda so gefährlich: Sie ist weniger „Bekennerschreiben“, mehr „Bedienungsanleitung“. Diese Logik, also Einfluss ohne direkte Steuerung, beschreiben unter anderem Analysen wie beim Wall Street Journal und beim australischen Sicherheitsumfeld, etwa im ASPI Strategist.
Warum das gerade jetzt brisant ist
Der Anschlag selbst war ein Schock für Australien. Am 14. Dezember 2025 eröffneten zwei Täter das Feuer bei einer Hanukkah Veranstaltung nahe Bondi Beach, Behörden stuften es als Terrorakt mit antisemitischem Motiv ein. Es gab mindestens 15 Tote und viele Verletzte. Zu den bestätigten Eckdaten berichtete unter anderem AP News. Auch australische Medien stellten die Ermittlungsdetails und den Behördenkontext dar, etwa The Australian und Daily Telegraph.
Und wie fast immer bei Terror kommt direkt die zweite Welle hinterher: Angst, Wut, Misstrauen, und die Jagd nach einfachen Erklärungen. Genau da dockt Extremisten Propaganda an, sie will nicht nur töten, sie will Gesellschaften zerlegen. Diese Dynamik, also Terror als Spaltungswerkzeug, wird in Sicherheitskommentaren sehr klar beschrieben, zum Beispiel im ASPI Strategist.
Online Radikalisierung, und der Bonus Track namens Desinformation
Parallel zur ISIS Jubelpropaganda lief online das übliche Giftprogramm: Deepfakes, falsche Täterbilder, erfundene Storys, und massenhaft Posts, die entweder Juden oder Muslime kollektiv zum Feind erklären wollen. ABC Verify dokumentierte, wie schnell nach der Tat manipulierte Inhalte und Falschbehauptungen viral gingen. Auch SBS Australia beschrieb, wie gezielte Fakes genutzt wurden, um Spaltung und Hass anzuheizen.
Das ist der Punkt, an dem „nur ein paar Spinner im Netz“ aufhört und Sicherheitsrisiko anfängt. ISIS braucht nicht zwingend einen direkten Draht zu Tätern. Es reicht, wenn genug Leute online lernen, dass Gewalt Applaus bringt, und dass man mit Symbolangriffen maximale Aufmerksamkeit bekommt. Genau deshalb sind Artikel, die die Rolle von Propaganda nach der Tat aufgreifen, so relevant, etwa der Bericht bei news.com.au oder die internationale Einordnung bei The Times.
Reaktionen, und die schwierige Balance
Die australische Regierung reagierte mit härteren Maßnahmen gegen Hassrede, mehr Schutz für jüdische Einrichtungen und politischen Reformplänen, unter anderem mit neuen Ankündigungen rund um Strafverschärfungen bei Hassdelikten und besserer Online Bekämpfung. Dazu berichtete unter anderem ABC. Gleichzeitig warnen Stimmen aus Zivilgesellschaft und Fachwelt davor, im Schockzustand mit zu breiten Verboten zu übersteuern, etwa bei Demonstrationsrechten, das thematisierte der Guardian.
International kam klare Verurteilung, auch vom UN Generalsekretär, der Antisemitismus in jeder Form verurteilte, siehe UN Statement. Ein UN Experte nannte die Tat ausdrücklich antisemitischen Terror und betonte, es sei ein Angriff auf Australien als Ganzes, nachzulesen bei OHCHR.
Und vor Ort gab es auch etwas, das Extremisten hassen: Solidarität. Gedenkaktionen, Mahnwachen, sichtbare Unterstützung, und ein breites Bedürfnis, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. Auch darüber berichtete AP News.
Warum das für Israel und die jüdische Welt mehr ist als eine Schlagzeile
Wer nach solchen Taten reflexhaft versucht, das Problem kleinzureden, landet schnell bei Ablenkungen, die am Kern vorbeigehen. Der Kern ist: Jüdisches Leben ist weltweit ein Ziel, gerade an Feiertagen, gerade in der Öffentlichkeit. Genau diese Symbolik betont ISIS in seiner Propaganda, und genau deshalb ist das für Israel keine theoretische Debatte. Israel existiert nicht, weil es nett wäre, einen zusätzlichen Staat zu haben, sondern weil die Geschichte gezeigt hat, dass Juden ohne Selbstschutz immer wieder abhängig werden, vom Wohlwollen anderer, von Polizeischutz, von politischer Stimmung.
Der Anschlag in Sydney zeigt also nicht, dass Israel “überreagiert”, sondern warum Israel überhaupt gezwungen ist, Sicherheit als Überlebensfrage zu behandeln. Wer den jüdischen Staat dafür moralisch belehrt, sollte sich einmal fragen, wie “entspannt” eine Minderheit leben kann, wenn sie ihre Feste nur noch mit Absperrungen und bewaffneten Beamten feiern kann.
Was man daraus mitnehmen sollte
ISIS Propaganda ist kein „edgy Text“, sie ist ein Rekrutierungswerkzeug. Und zwar nicht im Sinne von „wir überzeugen dich mit Argumenten“, sondern im Sinne von wir verschieben deine Grenzen: Wer lange genug Inhalte konsumiert, in denen Gewalt als „moralisch“, „heldenhaft“ oder „notwendig“ verkauft wird, verliert Schritt für Schritt die innere Bremse. Genau das ist der Zweck solcher Kommunikation, sie soll Hemmschwellen senken, Feindbilder stabilisieren und die Idee normalisieren, dass ein Angriff auf Zivilisten „ein Beitrag“ sei.
Wenn so ein Anschlag öffentlich als Erfolg gefeiert wird, steigt das Risiko, dass Nachahmer sich berufen fühlen, vor allem an symbolischen Tagen und Orten. Sicherheitsbehörden beschreiben dieses Muster seit Jahren als Teil der modernen Bedrohungslage: inspirierte Gewalt braucht nicht zwingend direkte Befehle, sie braucht ein Erzählangebot, das Tätern das Gefühl gibt, sie handelten im Namen einer größeren Sache. Australien warnt in der ASIO Annual Threat Assessment 2025 ausdrücklich davor, dass auch radikalisierte Minderjährige eine reale Terrorgefahr darstellen können, und betont die Notwendigkeit, Radikalisierung früher zu erkennen, bevor Sicherheitsbehörden überhaupt einschreiten können.
Der beste Schutz ist deshalb nicht nur mehr Polizei, sondern auch weniger Nährboden: konsequentes Vorgehen gegen Hetze, bessere Früherkennung von Online Radikalisierung, und ein gesellschaftlicher Reflex, der nicht jede Lüge teilt, nur weil sie ins eigene Weltbild passt. Das ist keine Wohlfühlpädagogik, das ist knallharte Prävention: Propaganda wirkt dort am besten, wo Menschen sich in Empörung, Angst und Gruppendenken festfahren, und wo Algorithmen sie zuverlässig in dieselbe emotionale Richtung schubsen.
Gerade online ist das Problem heute breiter als „Facebook und ein paar Telegram Kanäle“. Der Europarat beschreibt in einem aktuellen Bericht sehr konkret, wie terroristische und gewaltbereite Akteure kleine Plattformen, eigene Webseiten sowie Gaming und gamingnahe Räume für Radikalisierung und Rekrutierung nutzen, und dass neue Technologien wie dezentralisierte Webstrukturen, Dark Web und auch generative KI zunehmend eine Rolle spielen. Das steht so im PDF Report on the emerging patterns of misuse of technology by terrorist actors und wird auf der begleitenden Seite des Europarats zusätzlich eingeordnet, siehe CDCT Veröffentlichung.
Europol ordnet die Lage ebenfalls klar ein: Die Bedrohung bleibt akut, und jihadistischer Terrorismus bleibt in Europa eine zentrale Sorge. Das ist keine Schlagzeile, sondern Teil der offiziellen Lagebilder, zum Beispiel im EU TE-SAT 2025 und in der Europol Übersicht zu Terrorism and violent extremism. Die Quintessenz ist simpel: Propaganda ist Teil des Problems, weil sie die Pipeline zur Gewalt füttert, unabhängig davon, ob am Ende eine formale Organisationsstruktur nachweisbar ist.
Und dann kommt der Teil, den viele unterschätzen: Desinformation wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Nach Anschlägen explodieren oft Falschbehauptungen, manipulierte Bilder und „Erklärungen“, die keine sind. Das schafft ein Klima, in dem Menschen nicht mehr zwischen belegt und behauptet unterscheiden, und in dem Extremisten leichtes Spiel haben, neue Anhänger zu binden. Genau deshalb ist „nicht jeden Quatsch teilen“ keine Moralpredigt, sondern Selbstschutz, auch für die offene Gesellschaft.
Parallel dazu braucht es einen staatlichen Rahmen, der nicht nur reagiert, sondern strukturiert gegensteuert. Australien hat dafür eine aktualisierte Strategie vorgelegt, die Terrorismus und gewaltbereiten Extremismus als dynamische Bedrohung beschreibt und die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Partnern betont, siehe A Safer Australia, Australia’s Counter-Terrorism and Violent Extremism Strategy 2025. Man muss nicht jede Formulierung lieben, aber der Grundgedanke ist richtig: Früherkennung, Prävention und Schutz gefährdeter Communities gehören zusammen.
Und damit sind wir beim entscheidenden Punkt für Israel und jüdisches Leben weltweit: Jüdische Ziele sind für Extremisten nicht zufällig attraktiv. Angriffe auf Juden oder jüdische Einrichtungen haben in der Logik solcher Ideologien eine symbolische Funktion, sie sollen Angst erzeugen, Sichtbarkeit bestrafen und Gemeinschaften in die Defensive drängen. Wer dann so tut, als sei das „ein Randproblem“ oder „ein Einzelfall“, macht die Tür auf für den nächsten Täter, der glaubt, er könne sich Ruhm verdienen.
Wer das unterschätzt, liefert Extremisten genau das, was sie wollen: eine zersetzte, verängstigte Öffentlichkeit, und jüdische Gemeinden, die sich wieder verstecken sollen.
