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Deutsche Flagge weht vor der Jerusalemer Altstadt, Symbol für die Debatte um eine Botschaftsverlegung nach Jerusalem
„Das ist der erste des Tages.“

Deutsche Botschaft nach Jerusalem: Warum der Umzug politisch mehr bedeutet

🔵 Deutsche Botschaft in Jerusalem, warum das mehr ist als nur ein Umzug

Deutsche Botschaft nach Jerusalem, das klingt erstmal nach Bürokratie, Adresse ändern, neues Schild an die Wand, fertig. Wenn man über die deutsche Botschaft in Israel spricht, klingt das für viele erstmal nach Bürokratie, Adresse ändern, neues Schild an die Wand, fertig. Aber genau hier liegt der Denkfehler. Eine Botschaft ist nicht irgendein Büro. Sie ist das offizielle Gesicht eines Staates. Und der Ort, an dem sie steht, ist nie nur ein Standort, sondern immer auch eine diplomatische Aussage.

Genau deshalb wird die Debatte um Jerusalem so heiß. Nicht weil jemand Lust auf Streit hat, sondern weil diese Frage in den Kern trifft: Behandelt Deutschland Israel wie einen normalen Staat, oder bleibt Israel in Berlin dauerhaft ein Sonderfall, bei dem man aus Rücksicht auf internationale Formeln lieber auf Abstand geht. Der Kommentar der Jüdischen Allgemeinen bringt dieses Spannungsfeld ziemlich direkt auf den Punkt.

Denn bei Jerusalem geht es nicht um Folklore, nicht um Religion als Deko und nicht um Symbolpolitik für Nerds. Es geht um eine simple Frage: Warum macht Deutschland bei Israel eine Ausnahme, die es bei fast keinem anderen Land macht.

Eine einfache Regel, Botschaften sitzen normalerweise in der Hauptstadt

Schau dir die Welt an. Frankreichs Botschaft sitzt in Berlin, weil Berlin die Hauptstadt ist. Israels Botschaft sitzt in Berlin, nicht in Bonn, nicht in Hamburg, nicht in München. Und das ist logisch, weil Regierung, Parlament und die gesamte politische Maschinerie in der Hauptstadt sitzen. Botschaften sind dafür da, den direkten Draht zur politischen Schaltzentrale zu haben, jeden Tag, in Krisen sogar im Stundentakt.

In Israel sitzen Regierung, Knesset und Oberster Gerichtshof in Jerusalem. Das ist keine Meinung, das ist in Israels Verfassungswirklichkeit fest verankert, zum Beispiel im Basic Law: Jerusalem, Capital of Israel und in der öffentlich dokumentierten Einordnung, etwa über WIPO Lex. Wer mit Israel täglich Diplomatie macht, macht sie faktisch mit Jerusalem, weil dort die staatlichen Fäden zusammenlaufen.

Und genau deshalb wirkt es aus israelischer Sicht oft unerquicklich, wenn ausgerechnet Deutschland sagt: Wir lassen die Botschaft lieber in Tel Aviv, weil das politisch bequemer ist. Denn das liest sich schnell wie: Wir wissen, wo eure Regierung sitzt, aber wir tun so, als wäre das nur halboffiziell.

Wo Deutschland offiziell sitzt, und warum Tel Aviv mehr als Gewohnheit ist

Faktisch ist Deutschlands Botschaft in Israel derzeit in Tel Aviv, das ist ganz offiziell so ausgewiesen, unter anderem in der Übersicht der deutschen Auslandsvertretungen in Israel und auf der Website der Deutschen Botschaft Tel Aviv.

Diese Praxis ist kein deutsches Einzelhobby. Viele Staaten haben ihre Botschaften in Tel Aviv, weil Jerusalem international seit Jahrzehnten als Streitpunkt gilt, besonders wegen Ost Jerusalem. Genau hier kommt der völkerrechtliche und diplomatische Knoten ins Spiel.

Warum Tel Aviv überhaupt zum Standard wurde, UN Resolution 478 als Dreh und Angelpunkt

Dass Tel Aviv zur diplomatischen Parkposition wurde, hat einen konkreten historischen Auslöser. Der UN Sicherheitsrat verabschiedete 1980 die Resolution 478 (1980). Darin wird unter anderem dazu aufgerufen, diplomatische Missionen aus Jerusalem abzuziehen. Viele Staaten, die zuvor tatsächlich Vertretungen in Jerusalem hatten, verlegten sie daraufhin nach Tel Aviv.

Seitdem ist Tel Aviv in vielen Köpfen die bequemste Lösung: Man bleibt in Israel präsent, ohne sich in der Jerusalem Frage sichtbar festzulegen. Aber genau das ist der Punkt: Tel Aviv ist nicht neutral. Tel Aviv ist die diplomatische Ausweichspur, weil man den Streit um Jerusalem nicht lösen konnte, und weil viele Regierungen vermeiden wollen, dass ein Standort plötzlich als Anerkennung oder Vorfestlegung gelesen wird.

So entsteht ein Dauerzustand, der sich wie Stabilität anfühlt, aber in Wahrheit oft nur eingefrorene Politik ist.

Der wichtige Punkt, Jerusalem ist nicht gleich Jerusalem

In der Debatte wird oft so getan, als wäre jede Botschaft in Jerusalem automatisch eine Entscheidung über alles. Das stimmt so nicht. Der große internationale Streit dreht sich vor allem um Ost Jerusalem, also um Fragen von Souveränität, Grenzen und dem möglichen Status in einer künftigen politischen Lösung.

Gleichzeitig ist es eine überprüfbare Realität, dass Israels zentrale Staatsorgane in Jerusalem sitzen. Das ist genau der Unterschied, den man in der Diskussion sauber trennen muss: Anerkennung der politischen Realität ist nicht automatisch dasselbe wie Vorwegnahme jeder Grenzfrage.

Darum wird häufig eine praktische Linie diskutiert, die diplomatisch nicht exotisch ist: Verlegung nach West Jerusalem, also dorthin, wo Israels Regierungsbetrieb sitzt, verbunden mit der klaren Aussage, dass Fragen zum Endstatus, besonders in Bezug auf Ost Jerusalem, weiter Gegenstand von Verhandlungen bleiben. Das ist keine Magie, sondern Diplomatie mit sauberer Kante.

Deutschland argumentiert mit Verhandlungen, nur der Stillstand ist längst Teil des Problems

Die deutsche Linie lautet seit Jahren: Der Status Jerusalems soll am Ende in Verhandlungen geklärt werden, darum bleibt die Botschaft in Tel Aviv. Diese Haltung passt zur klassischen europäischen Lesart und zur Idee einer verhandelten Zwei Staaten Lösung.

Nur kommt der Haken: Diese Endstatus Logik produziert seit Jahren vor allem Stillstand. Wenn eine Politik jahrzehntelang denselben Satz wiederholt, ohne dass ein realistischer Prozess in Sicht ist, wird aus Vorsicht irgendwann Verwaltung des Stillstands.

Dass Deutschland an der verhandelten Lösung festhält, kann man auch aktuell nachlesen. Zum Beispiel betonte der deutsche Außenminister in einem offiziellen Statement vor einer Israel Reise, dass eine verhandelte Zwei Staaten Lösung aus deutscher Sicht der Weg zu dauerhaftem Frieden sei, und dass Deutschland eine Anerkennung eines palästinensischen Staates eher am Ende eines Prozesses sieht, nicht am Anfang, siehe die Erklärung des Auswärtigen Amts vom 31. Juli 2025.

Und gleichzeitig betont die Bundesregierung öffentlich, dass Deutschlands Unterstützung für Israels Existenz und Sicherheit Teil der dauerhaften historischen Verantwortung sei, siehe Germany stands by Israel.

Genau hier entsteht die Spannung: Wer sehr groß von Verantwortung spricht, wird an den konkreten Entscheidungen gemessen. Und der Botschaftsstandort ist nun mal eine dieser Entscheidungen, die man nicht wegmoderieren kann.

Ein Detail, das viele übersehen, Deutschland ist in Jerusalem längst präsent, nur eben anders

Besonders interessant ist, dass Deutschland in der Region nicht nur eine Adresse hat. Neben der Botschaft in Tel Aviv gibt es das deutsche Vertretungsbüro Ramallah, das für die Palästinensischen Gebiete zuständig ist. Die offiziellen Angaben dazu sind öffentlich, inklusive postalischer Anbindung über Jerusalem, siehe die Übersicht German missions in the Palestinian Territories und die Website Deutsches Vertretungsbüro Ramallah.

Heißt übersetzt: Deutschland arbeitet längst tagtäglich mit der Jerusalem Realität, nur wird beim Botschaftsschild für Israel weiter Tel Aviv gewählt. Das zeigt, wie sehr es in dieser Frage nicht um Technik geht, sondern um politische Symbolwirkung.

Was eine Botschaftsverlegung bedeuten würde, und was eben nicht

Eine Verlegung nach Jerusalem wäre vor allem eins: diplomatische Konsequenz. So wie man es bei fast allen anderen Ländern auch macht, nämlich dorthin zu gehen, wo Regierung und Parlament sitzen.

Sie wäre nicht automatisch die Anerkennung einer bestimmten Grenzziehung. Sie wäre nicht automatisch die Zustimmung zu jeder israelischen Politik. Und sie müsste auch nicht heißen, dass man palästinensische Ansprüche grundsätzlich ignoriert. Entscheidend ist, dass man klar trennt zwischen Anerkennung des Regierungssitzes und Endstatusfragen.

Der ehrlichste Satz wäre deshalb: Jerusalem ist Sitz der israelischen Staatsorgane, daran ändert keine diplomatische Formulierung etwas. Wenn Deutschland Israel wie einen normalen Staat behandelt, gehört dazu auch, die diplomatische Schaltzentrale dort zu platzieren, wo der Staat regiert wird.

Warum das am Ende eine Frage von Respekt und Realität ist

Jerusalem ist der Regierungssitz Israels, das ist überprüfbar, dokumentiert und gelebte Realität, siehe Basic Law: Jerusalem. Wenn Deutschland sagt, Israel sei ein besonderer Partner, dann ist die eigentliche Frage nicht, ob man irgendein Symbol setzt, sondern ob man bereit ist, Realität anzuerkennen, ohne ständig Ausweichbewegungen zu machen.

Und wenn Deutschland sagt, es wolle Frieden und Verhandlungen, dann sollte es trotzdem nicht so tun, als sei Stillstand eine Tugend. Seit Jahrzehnten in Tel Aviv zu bleiben, löst nichts. Es ist bequem, ja. Aber bequem ist nicht dasselbe wie richtig.

Der wichtige Punkt, Jerusalem ist nicht gleich Jerusalem

In der Debatte wird oft so getan, als wäre jede Botschaft in Jerusalem automatisch eine Entscheidung über alles. Das stimmt so nicht. Der große Streit dreht sich vor allem um Ost Jerusalem. West Jerusalem ist seit 1948 unter israelischer Kontrolle und dort sitzen die zentralen staatlichen Institutionen, die in Israels Verfassungsrealität verankert sind, siehe Basic Law: Jerusalem.

Man kann also durchaus sagen: Wir verlegen nach West Jerusalem, weil dort die Regierung sitzt, und gleichzeitig sagen: Wir sehen den endgültigen Status der Stadt, besonders in Bezug auf Ost Jerusalem, weiterhin als Verhandlungsthema. Das wäre keine Zauberei, das ist schlicht Diplomatie, klar formuliert, sauber abgegrenzt.

Deutschlands Linie klingt logisch, aber sie steht seit Jahren auf Standby

Berlin argumentiert meist so: Der Status Jerusalems soll am Ende in Verhandlungen geklärt werden, deshalb bleibt die deutsche Botschaft in Tel Aviv. Diese Grundhaltung passt zur klassischen deutschen und europäischen Lesart, also zur Idee, dass am Ende eine verhandelte Zwei Staaten Lösung stehen soll. Das Auswärtige Amt beschreibt diese Linie grundsätzlich so, dass Deutschland auf eine ausverhandelte Lösung zwischen Israelis und Palästinensern setzt, weil nur das dauerhaft Frieden bringen könne, siehe Auswärtiges Amt, Der Nahostkonflikt.

Der praktische Effekt ist seit Jahren sichtbar: Deutschlands Botschaftsstandort bleibt Tel Aviv. Das ist nicht Gerücht, sondern offiziell so ausgewiesen, inklusive Zuständigkeiten und Kontaktdaten, siehe Auswärtiges Amt, German missions in Israel und die Website der Deutschen Botschaft Tel Aviv.

Politisch wird diese Linie oft damit begründet, dass man keine Schritte gehen wolle, die als Vorfestlegung gelesen werden könnten. Gleichzeitig zeigt die europäische Debattenlage, wie stark Jerusalem weiterhin Teil des internationalen Konfliktbildes ist, auch in offiziellen EU Texten wird ausdrücklich von der Lage im Westjordanland einschließlich Ost Jerusalem gesprochen, siehe Europäischer Rat, Schlussfolgerungen vom 18. Dezember 2025.

Nur kommt der Haken: Diese Endstatus Logik produziert seit Jahren vor allem Stillstand. Es gibt weiterhin keine politische Einigung, die den Status Jerusalems und die Kernfragen des Konflikts klärt. Und wenn eine Politik jahrzehntelang denselben Satz wiederholt, ohne dass ein realistischer Prozess in Sicht ist, dann ist das irgendwann nicht mehr Vorsicht. Dann ist es Verwaltung des Stillstands.

Das wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass Deutschland parallel sehr deutlich betont, wie eng die Bindung zu Israel sei, etwa in offiziellen Regierungsbeiträgen zur Unterstützung Israels und zum Ziel eines dauerhaften Friedens, siehe Bundesregierung, Deutschland steht an der Seite Israels. Gleichzeitig verweist das Auswärtige Amt in aktuellen Stellungnahmen immer wieder auf die Zwei Staaten Lösung als politischen Rahmen und kritisiert Schritte, die diesen Rahmen aus deutscher Sicht erschweren, etwa beim Siedlungsbau, siehe Auswärtiges Amt, Erklärung vom 12. Dezember 2025 und Auswärtiges Amt, Erklärung vom 14. August 2025.

Unterm Strich ist das die Lage: Deutschland hält an einer verhandelten Lösung fest, vermeidet aber beim Botschaftsstandort jede Bewegung. Genau deshalb wirkt die Linie nach außen oft wie ein Dauerparken auf dem Sicherheitsstreifen, politisch nachvollziehbar begründet, aber praktisch ohne sichtbaren Fortschritt.

Was gerade in der deutschen Israel Politik sichtbar wird

Der Punkt wirkt nochmal schärfer, wenn man sich anschaut, wie sichtbar Deutschland heute um seine Israel Linie ringt. Offiziell betont die Bundesregierung weiterhin, dass Deutschlands Unterstützung für Israels Existenz und Sicherheit dauerhaft gilt, siehe Federal Government: Germany stands by Israel.

Gleichzeitig gab es in den letzten Monaten spürbar mehr Reibung und öffentlich hörbare Kritik, etwa in Berichten wie DW: German government takes tougher tone with Israel. Und genau hier liegt der Zusammenhang: Wenn man politisch ständig betont, wie eng die Bindung ist, aber bei Symbolen und praktischer Diplomatie auf Abstand bleibt, wirkt das irgendwann wie eine Beziehung mit warmen Worten, aber kaltem Händedruck.

Merz in Israel, und warum das den Botschaft Streit wieder hochzieht

Dass das Thema wieder hochkocht, hängt auch mit aktuellen Besuchen und Statements zusammen. Friedrich Merz war im Dezember 2025 als Kanzler erstmals in Israel, darüber berichten unter anderem Al Jazeera und The New Arab. Egal wie man diese Medien bewertet, der Fakt bleibt: Berlin setzt sichtbar auf Beziehungspflege, und genau da wirkt der Botschaft Standort wie ein dauerhaftes Fragezeichen.

Parallel dazu zeigen Analysen, dass Israel und Deutschland versuchen, kriegsbedingt beschädigte Beziehungen wieder stabiler zu bekommen, siehe The Times of Israel.

Was eine Verlegung bedeuten würde, und was eben nicht

Eine Botschaft in Jerusalem wäre vor allem eins: diplomatische Konsequenz. Deutschland würde seine Vertretung dorthin setzen, wo Israels staatliches Zentrum tatsächlich arbeitet, also dorthin, wo Regierung, Parlament und zentrale Behörden ihren Alltag haben. Dass Deutschland heute offiziell in Tel Aviv sitzt, ist kein Bauchgefühl, das steht so im Auswärtigen Amt, Deutsche Vertretungen in Israel und auf der Seite der Deutschen Botschaft Tel Aviv.

Eine Verlegung wäre damit nicht einfach ein Umzug, sondern ein Signal. Und zwar ein ziemlich klares: Deutschland erkennt an, dass Jerusalem für Israel nicht nur Geschichte ist, sondern Regierungsrealität. Diese Realität ist auch rechtlich in Israel dokumentiert, etwa im Basic Law: Jerusalem, Capital of Israel, das Jerusalem als Hauptstadt festhält.

Wichtig ist aber genauso, was eine Verlegung nicht automatisch wäre. Sie wäre nicht automatisch eine Zustimmung zu jeder israelischen Entscheidung. Sie wäre nicht automatisch eine Festlegung auf jede strittige Detailfrage rund um Grenzen, Status oder Endregelungen. Der Grund, warum viele Staaten überhaupt in Tel Aviv gelandet sind, hat ja genau mit dieser internationalen Statusdebatte zu tun, besonders nach der UN Sicherheitsratsresolution 478 (1980), die Staaten ausdrücklich zum Abzug diplomatischer Missionen aus Jerusalem aufforderte.

Genau hier liegt der Kern: Eine Botschaftsverlegung kann man so erklären, dass sie die staatliche Arbeitsrealität anerkennt, ohne damit automatisch jede Endstatusfrage vorwegzunehmen. Ob das politisch überzeugt, hängt am Ende nicht an Nebelkerzen, sondern an der Klarheit der Formulierung. Wer es sauber macht, trennt deutlich zwischen Anerkennung der Realität und Vorwegnahme einer Endlösung.

Und weil das oft so klingt, als wäre es völlig undenkbar, lohnt ein Blick auf Fakten: Die USA haben ihre Botschaft in Jerusalem am 14. Mai 2018 offiziell eröffnet, das ist in den offiziellen Mitteilungen des US State Department dokumentiert, siehe U.S. Embassy Jerusalem Dedication Ceremony. Und Argentinien hat 2025 angekündigt, die Botschaft 2026 nach Jerusalem zu verlegen, darüber berichtete Reuters. Man muss das nicht gut finden, aber es zeigt: Es ist kein unantastbares Naturgesetz, sondern eine politische Entscheidung.

Genau das ist der Punkt: Man kann das machen, ohne zu lügen, ohne zu tricksen und ohne Nebelkerzen. Man muss nur den Mut haben, es klar zu sagen und die Konsequenzen auszuhalten.

Warum das am Ende eine Frage von Respekt und Realität ist

Jerusalem ist der Regierungssitz Israels. Das ist überprüfbar, das ist gelebte Realität, das ist kein Mythos, siehe Basic Law: Jerusalem. Wenn Deutschland Israel als normalen Staat behandelt, dann gehört zu dieser Normalität auch, dass die zentrale diplomatische Vertretung dort sitzt, wo der Staat regiert wird.

Gleichzeitig muss man ehrlich sein: Der heutige Status quo ist ebenfalls eine Aussage. Dass Deutschland seine Botschaft in Tel Aviv führt, steht offiziell so im Auswärtigen Amt. Das ist nicht neutral, das ist eine bewusste Linie, die seit Jahrzehnten gehalten wird, weil Jerusalem international umstritten bleibt, unter anderem im Kontext von Resolution 478 (1980) und der allgemeinen völkerrechtlichen Debatte, die Fachtexte wie JCFA, Status of Jerusalem in international and Israeli law ausführlich aufdröseln.

Und dann kommt der Punkt, der politisch weh tut: Wenn Deutschland gleichzeitig öffentlich betont, wie eng die Bindung zu Israel ist, dann wird es irgendwann an konkreten Dingen gemessen, nicht an Sonntagsworten. Die Bundesregierung formuliert diese Unterstützung ausdrücklich, siehe Germany stands by Israel. Genau deshalb wird eine Botschaftsfrage so aufgeladen, weil sie wie ein Lackmustest wirkt: Reden wir nur über Verantwortung, oder sind wir auch bereit, sie in sichtbar konsequente Praxis zu übersetzen.

Und wenn Deutschland sagt, es wolle Frieden und Verhandlungen, dann sollte es trotzdem nicht so tun, als sei Stillstand eine Tugend. Seit Jahrzehnten in Tel Aviv zu bleiben, löst nichts. Es ist bequem, ja. Aber bequem ist nicht dasselbe wie richtig.


ℹ️ Faktenbasis und Primärquellen zum Artikel 📑

▶️ Jüdische Allgemeine | Warum Deutschland seine Botschaft nach Jerusalem verlegen sollte

▶️ Knesset | Basic Law: Jerusalem, Capital of Israel (PDF)

▶️ ECF | Basic Law: Jerusalem, Capital of Israel (1980)

▶️ UN Digital Library | UN Security Council Resolution 478 (1980) (PDF)

▶️ ECF | UN Security Council Resolution 478 (1980), Einordnung

▶️ Bundesregierung | Germany stands by Israel, offizielles Statement

▶️ DW | German government takes tougher tone with Israel

▶️ Al Jazeera | Merz besucht Israel als Kanzler, Hintergrund

▶️ The New Arab | Merz bekräftigt Deutschlands Unterstützung

▶️ The Times of Israel | Deutschland Israel Beziehungen, Analyse

▶️ DCI Palestine | Verweis auf The New Arab, German Rearmament, Dezember 2025

▶️ Jüdische Allgemeine | Skandal um den General, Israel

▶️ DW | Germany’s chancellor visits Israel

▶️ Middle East Monitor | Germany slams Israeli plans for new housing units in West Bank

▶️ The New Arab | Opinion, German rearmament and implications, Kommentar

▶️ Eurasia Review | Op-Ed: Authorities urge Germany to re-evaluate support

▶️ i24NEWS | Germany will lift arms embargo on Israel, report

▶️ openPetition | Petition: Verlegung der deutschen Botschaft nach Jerusalem

▶️ YouTube | Video: Botschaft nach Jerusalem, Beitrag

▶️ Haaretz | Young German leaders: Israel trip as PR operation, Bericht

▶️ Anadolu Agency | Germany to not move embassy to Jerusalem, Meldung

▶️ IMEMC News | Merkel: Germany not to move embassy to Jerusalem

▶️ Israel National News | Germany embassy move to Jerusalem, Bericht

▶️ Yad Vashem | The Transfer Agreement, academic article

▶️ Germany in USA | Facebook Post: 60 Jahre diplomatische Beziehungen

▶️ Al Jazeera | World leaders react to US embassy relocation to Jerusalem

▶️ Wikipedia | Germany Israel relations, Überblick

▶️ The Times of Israel | German FM comes to Israel with a delicate mission

▶️ JCFA | Status of Jerusalem in international and Israeli law

▶️ SWP Berlin | Germany and the Middle East, Fachpublikation (PDF)

▶️ Jerusalem Post | X Post zum Thema Jerusalem, Statement

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