Juden in Deutschland: Warum sie heute wieder Angst haben müssen
Juden in Deutschland leben heute wieder in einer Realität, die ich niemals für möglich gehalten hätte. In meinem Alter hätte ich nie gedacht, dass ich so eine Zeit nochmal erleben würde. Eine Zeit, in der Juden weltweit wieder gejagt werden. Offen. Schamlos. Ich war sicher, wir wären als Gesellschaft weiter.
Ich bin aufgewachsen mit den Geschichten meiner Eltern und Großeltern. Mit Erzählungen über das, was in der Nazi-Zeit passiert ist, über Angst, Verstecken, Verachtung, über das Schweigen der Masse und das laute Marschieren der anderen. In der Schule haben wir gelernt, diskutiert, nachgedacht. Nie wieder. Das war das Fundament unserer Moral.
Und ich hab’s geglaubt.
Naiv. Blauäugig.
Ich dachte wirklich, das kann heute nicht mehr passieren. Nicht nach Auschwitz. Nicht nach Yad Vashem. Nicht nach Stolpersteinen an jeder Ecke. Nicht nach all den Warnungen der Vergangenheit.
Doch die Realität für Juden in Deutschland sieht heute anders aus
Ich sehe Synagogen, die von bewaffneten Polizisten bewacht werden müssen. Jüdische Kinder, die ihre Kippa verstecken. Familien, die ihre Namen ändern, um nicht erkannt zu werden. Die Berliner Polizei meldete über 2000 antisemitische Vorfälle in einem einzigen Jahr. In Frankreich stiegen nach dem 7. Oktober die Übergriffe um mehr als 300 Prozent. In den USA wurden Rabbiner angegriffen und jüdische Gemeindezentren beschmiert.
Und hier? In Deutschland?
Da fragt man allen Ernstes, ob das wirklich Antisemitismus sei oder nur „Israelkritik“. Währenddessen brennen Davidsterne an Haustüren, Bilder entführter israelischer Kinder werden zerrissen, und Demonstranten feiern den Terror der Hamas auf offener Straße.
Juden in Deutschland überlegen wieder zu gehen
Juden in Deutschland sagen mir, dass sie überlegen auszuwandern. Nicht wegen Abenteurlust. Wegen Angst. Berechtigter Angst. Weil sie nicht wissen, ob sie morgen noch sicher sind, wenn sie sichtbar jüdisch sind. Weil sie spüren, dass dieser Staat sie nicht mehr konsequent schützt.
Es passiert. Wieder. Jetzt. Vor unseren Augen.
Deutschland reagiert mit Schweigen
Die Politik duckt sich weg. Die Bürger schauen zu. Das Land, das jüdisches Leben eigentlich schützen sollte, versagt genau dann, wenn es am dringendsten gebraucht wird. Man lässt propalästinensische Märsche zu, während proisraelische Kundgebungen eingeschränkt werden. Man hält Sonntagsreden über Verantwortung, doch wenn es konkret wird, herrscht Schweigen statt Schutz.
Nie wieder wird zum moralischen Etikett, während Juden in Deutschland im Alltag wieder Angst haben müssen.
Und wo sind die, die sonst immer laut sind?
Wo sind die „Omas gegen Rechts“?
Wo sind die Demokratiewächter?
Wo die Aktivisten, die sonst jedes Wort skandalisieren?
Wo seid ihr jetzt?
Wenn Juden bedroht werden.
Wenn Synagogen angegriffen werden.
Wenn Geiseln ignoriert und Terror gefeiert wird.
„Nie wieder ist jetzt“ – offenbar nur ein Spruch für euch.
Schämt euch.
Wer Nie wieder sagt, muss auch Jetzt sagen
Jetzt handeln.
Jetzt Position beziehen.
Jetzt Haltung zeigen.
Es reicht nicht, sich auf Mahnmalen auszuruhen. Es reicht nicht, in Geschichtsbüchern zu blättern, während die Gegenwart brennt. Juden in Deutschland verdienen echten Schutz, nicht Worte.
Am Yisrael Chai
Das jüdische Volk lebt. Trotz allem. Und es verdient Schutz, Solidarität und Mut. Jetzt. Nicht später.
Man kann es drehen und wenden wie man will. Die Warnsignale sind da. Studien des Bundesinnenministeriums zeigen seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg antisemitischer Straftaten, längst nicht mehr nur durch Rechtsextreme, sondern zunehmend durch islamistische und linksextreme Milieus. Gleichzeitig feiern tausende Menschen in europäischen Metropolen offen den Terror der Hamas, ohne dass es ernsthafte Konsequenzen gibt. Und mitten in all dem stehen Juden in Deutschland, die sich fragen müssen, ob ihr eigenes Land noch ein sicherer Ort für sie ist. Wenn Menschen jüdischen Glaubens ihre Symbole verstecken, ihre Sprache im öffentlichen Raum vermeiden oder ihre Kinder von bestimmten Schulen fernhalten müssen, dann ist das keine Randnotiz mehr. Das ist ein Alarmsignal, das man nicht länger ignorieren darf.
Offizielle Zahlen: Bundesinnenministerium
